Guten Tag

Was man nicht weiß…

Von Christina Görtz

Der kleine Kater jagt aktuell Weberknechte und kleine Fliegen, zerkratzt Stühle und Hände und rennt wie von der Tarantel gestochen Treppen hoch und runter. In ruhigen Momenten setzt er sich auf die Fensterbank, schaut in den Garten und miaut. Er will raus. Mit seinen viereinhalb Monaten ist er noch nicht kastriert – und darf es deshalb nicht. In Düsseldorf besteht für Freigänger nämlich Kastrationspflicht. Darüber klärt der Tierarzt im besten Fall beim ersten Termin auf. Dass es viele trotzdem nicht wissen, hat der Neukatzenbesitzer in Gesprächen erfahren. Überraschte Gesichter gibt es oft, wenn erzählt wird, dass bis zu 1.000 Euro bezahlt werden müssen, wenn der unkastrierte Freigänger erwischt wird. Und dass die Tiere durch eine Tätowierung oder einen Mikrochip gekennzeichnet werden und dem Amt für Verbraucherschutz gemeldet werden sollen. Warum das? Wie in anderen Städten sind unkontrollierte Katzenpopulationen auch in Düsseldorf ein Problem. Dem will man entgegentreten. Aber der Eindruck, dass kaum jemand davon weiß, wird durch Zahlen bestärkt: An allen Ecken läuft einem eine Katze über den Weg, gemeldet sind aktuell 44?!

Rheinbote Düsseldorf 19.10.2017