30.000 streunende Katzen leben in Düsseldorf

Düsseldorf.   Aus dem 1972 gegründeten Cat-Sitter-Club wurde der Düsseldorfer Katzenschutzbund. Der stellt sich nun neu auf, nachdem Rudi und Ulla Wolff das Zepter weiter geben.

Kirstin Engelbracht

Der Katzenschutzbund Düsseldorf stellt sich neu auf: Nach 45 Jahren ehrenamtlicher Arbeit mit viel Herzblut gaben nun Rudi und Ulla Wolff das Zepter weiter: Elke Ackermann, Uschi Boell, Heidemarie Schmidt und Petra Winkelmann wurden kürzlich von der Mitgliederversammlung in den Vorstand gewählt. Sonja Meier, langjähriges Vorstandsmitglied, ist die neue Vereins-Vorsitzende.

Der ursprüngliche Gedanke des Cat-Sitter-Clubs, dem späteren Düsseldorfer Katzenschutzbund, war bei seiner Gründung 1972 die gegenseitige Betreuung von Tieren unter Katzenfreunden. Doch seitdem hat sich einiges verändert. Die Hauptaufgabe des Vereins liegt mittlerweile darin, wildlebende Katzen einzufangen, zu kastrieren und an rund 100 Futterstellen weiter zu versorgen, um eine weitere Ausbreitung einzudämmen – eine Mammutaufgabe.

Versorgung der Futterstellen
„Rund 30.000 herrenlose Katzen, so genannte Streuner, leben allein in Düsseldorf. Und diese Zahlen sind nur grob geschätzt“, weiß Elke Ackermann, die seit einigen Jahren – ob Tag oder Nacht - zum Wohle der Katzen unterwegs ist. Neben ihrer Berufstätigkeit versorgt sie täglich die Futterstellen und ist ständig unter Rufbereitschaft. An den Wochenenden stehen oft Fangaktionen in Hinterhöfen, in Parks oder auf Friedhöfen für sie auf dem Programm. Vor fünf Jahren trat sie dem Verein bei, nachdem sie selbst einen verwilderten Kater halbtot zum Tierarzt bringen musste, um ihn von seinem Leiden zu erlösen. „Der KSB hat als einziger gemeinnütziger Verein in Düsseldorf nur den Themenschwerpunkt Katze und kann so adäquat beraten und helfen“, meint Elke Ackermann. Er finanziere sich über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Zudem habe er ausschließlich ehrenamtliche Mitglieder, so dass jeder Cent für den Vereinszweck verwendet werden könne. Unter den rund 800 Mitgliedern seien einige hundert sehr aktiv, um Katzen in Not zu helfen.

„Besonders stolz bin ich darüber, dass in Düsseldorf im vergangenen Jahr die Kastrations- sowie Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht von Freigänger-Katzen beschlossen wurde“, erklärt Elke Ackermann, denn unkastrierte Tiere seien maßgeblich verantwortlich für die wachsende Zahl an wildlebenden Katzen. „Streuner haben meist ein von Qualen bestimmtes Leben, leiden an Hunger, Kälte oder Krankheiten“, so die Düsseldorferin, die selbst zwei verwilderte Tiere bei sich aufnahm. „Wenn diese Tiere an Futterstellen auftauchen, können wir das Elend lindern, indem sie von uns versorgt und tierärztlich behandelt werden.“

Viele Katzen konnten registriert werden
So konnten in der Vergangenheit viele Katzen, die gechipt und registriert waren, zu ihren Besitzern zurückkehren. Zahme Katzen, die jedoch keinen Besitzer hatten, konnten an das Tierheim Düsseldorf übergeben werden. Auch die Vermittlung von Fund- und Abgabekatzen wird beim KSB intensiv betrieben.

Nicht zu vergessen der ursprüngliche Zweck des Vereins – die Urlaubsbetreuung. Seit vielen Jahren arbeite der Verein mit dem Veterinäramt, Tierärzten und der Polizei Hand in Hand. Ackermann: „Bei den Tierärzten oder -kliniken können wir auch nachts mit eingefangenen Katzen auf der Matte stehen, um diese am nächsten Tag kastrieren zu lassen.“ Hier erfolge auch eine Erstversorgung von verletzten Tieren. Auf die Frage, wie sich Tierliebhaber bei der Vereinsarbeit einbringen können, sagt sie: „Bitte nicht an einem leidenden Tier vorbeigehen, sondern herrenlose Katzen umgehend melden.“

>> Informationen unter: 0211/ 663206 oder auf www.katzenschutzbund-duesseldorf.de.

Quelle: NRZ.de - 26.04.2017